Ambulante Versorgung krebskranker Menschen gefährdet Es kann uns alle treffen: Jedes Jahr erkranken nach Angaben der Deutschen Krebshilfe 436.000 Menschen in der Bundesrepublik neu an Krebs. Für Krebspatienten ist eine ärztliche Betreuung mit Kontinuität und persönlichem Bezug von großer Bedeutung. Doch das bewährte und gut funktionierende System, das bislang vorrangig durch die niedergelassenen onkologen gewährleistet wurde, ist durch gesundheitspolitische änderungen bedroht. Ein typischer Fall: Für die alleinerziehende Andrea K. wäre der 1 1/2-tägige Aufenthalt in der Klinik für eine Chemotherapie organisatorisch nicht machbar. Bei ihrem niedergelassenen Onkologen dauert die überlebensnotwendige Behandlung inklusive Regenerationsphase nur sechs Stunden. Hierfür findet sie alle vier Wochen eine Betreuungslösung, die ihr keinen zusätzlichen organisatorischen und psychischen Stress verursacht. Aufgrund der derzeitigen Entwicklung, beispielsweise der Honorarreform bei Ärzten, befürchten viele Patienten, dass die Krebsbehandlung in die Klinik rückverlagert werden soll. Mit fatalen Folgen für Patienten und Fachärzte: Denn vielen Praxen wird dann keine andere Wahl mehr bleiben, als ihr Angebot einzuschränken. Die Folge: Schließungen onkologischer Praxen und Wegfall hoch qualifizierter Arbeitsplätze. Die Leidtragenden, wie so oft, sind dann die Patienten und ihre Angehörigen. Denn insbesondere bei Krebspatienten spielt die Betreuung durch einen vertrauten Ansprechpartner eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Therapie. Keine Frage: Wenn ein stationärer Aufenthalt für einen Krebspatienten notwendig ist, sind die Kliniken von größter Bedeutung. Aber bei allen Patienten, die eine ambulante Versorgung bei ihrem Onkologen vor Ort wahrnehmen können, bedeutet dies auch psychisch eine größtmögliche Entlastung in vertrauter, wohnortnaher Umgebung. Auch Klinikambulanzen stellen hierzu, wegen der häufig großen Entfernung zwischen Wohnort und Ambulanz, keine gleichwertige Alternative dar. Dramatische Veränderungen als Folge für Krebspatienten Ute Plescher, Leiterin der Zytostatikaabteilung des ABF-Reinraumlabors in Fürth und Manuela Savic, eine ausgebildete und erfahrene Palliativkrankenschwester der ABF-Palliativservice GmbH, haben in ihrer täglichen Arbeit mit krebskranken Patienten zu tun. In Abstimmung mit dem behandelnden Arzt stellen die Mitarbeiter im ABF-Reinraumlabor die patientenindividuellen Chemotherapien und Infusionslösungen (beispielsweise für Schmerzpumpen) für die Versorgung der Patienten zu Hause und in den Praxen her. Die ABF-Palliativservice GmbH kommt zum Patienten nach Hause und stellt eine sachgerechte Anwendung jeglicher ärztlich verordneter Infusionslösungen in der ambulanten, häuslichen Versorgung sicher. So werden beide mit den Herausforderungen konfrontiert, die die Krebspatienten täglich zu bewältigen haben. Für sie steht fest: sollte den Betroffenen ihr vertrauter niedergelassener Onkologe aus gesundheitspolitischen Gründen nicht mehr oder nur in Teilen zur Verfügung stehen, hätte dies dramatische Veränderungen für die Krebspatienten und ihre Angehörigen zur Folge. Interessensgemeinschaft gegründet Die „Interessensgemeinschaft zur Sicherung der wohnortnahen onkologischen Versorgung“ hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, Patienten und ihre betroffenen Angehörigen auf die drohenden Veränderungen aufmerksam zu machen. Bislang haben sich in Mittel- und Oberfranken über 400 Patienten in die Unterschriftenliste der Interessensgemeinschaft eingetragen. Die Interessensgemeinschaft wird durch die ABF und mittelfränkische Onkologen unterstützt. Denn die wohnortnahe onkologische Versorgung durch niedergelassene, hochspezialisierte Ärzte in Zusammenarbeit mit dem ABF-Reinraumlabor und der ABF-Palliativservice GmbH zum Wohle des Patienten darf nicht gefährdet werden. Weitere informationen hierzu erhalten Sie bei der „Interessensgemeinschaft zur Sicherung der wohnortnahen onkologischen Versorgung“ oder in ihrem ABF-Reinraumlabor unter 0911. 97 72 30.
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