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Gesundheitsforum
KLEINES ORGAN MIT ENORMER WIRKUNG: DIE SCHILDDRÜSE

KLEINES ORGAN MIT ENORMER WIRKUNG: DIE SCHILDDRÜSE

Die Schilddrüse ist eine Hormondrüse, über die viele wichtige Körperfunktionen gesteuert werden. Jeder Dritte in Deutschland hat Veränderungen an der Schilddrüse, die das Wohlbefinden oder die Gesundheit negativ beeinflussen.

Die schmetterlingsförmige Schilddrüse befindet sich unterhalb des Kehlkopfes und wiegt nur etwa 18 bis 25 Gramm. Sie steuert den Stoffwechsel und ist für Wachstum, Körperentwicklung und das seelische Gleichgewicht mitverantwortlich. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) leidet jeder dritte Erwachsene in Deutschland an krankhaften Veränderungen der Schilddrüse. Meist ist Jodmangel der Grund. Schilddrüsenunterfunktion, Kropf und geistige Leistungsminderung können die Folge sein. Die Drüse ist auf die ausreichende Zufuhr von Jod angewiesen.  Empfohlen sind 150 - 250 Mikrogramm Jod täglich. Obwohl dies relativ wenig ist, wird dieser Bedarf in Deutschland meist nicht gedeckt. Der Hintergrund: Deutschland ist ein Jodmangelgebiet, unsere Ackerböden bieten zu wenig Jod.


Die Schilddrüse bei Kindern und Jugendlichen
Die Schilddrüsenhormone sind unerlässlich für eine normale Entwicklung bei Heranwachsenden. Ist der Hormonhaushalt gestört, können Müdigkeit, Lernschwierigkeiten und Konzentrationsschwäche bis zu verminderter Hirnleistung die Folge sein. Weiter sind Antriebsarmut, psychische Labilität, verzögertes Wachstum und Hör- und Sprachschwierigkeiten möglich.
Einem WHO-Bericht von 2004 zufolge leiden bereits 27 Prozent aller Grundschüler in Deutschland an Jodmangel. Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt über das Thema Jodmangel, wenn Sie den Verdacht haben, dass eines der Symptome bei Ihnen oder Ihren Kindern vorliegt. Den wichtigsten Beitrag zur Jodversorgung leistet jedoch das Jodsalz, das ganz einfach, z.B. beim Kochen, regelmäßig verwendet werden kann.


Ernährung und Prophylaxe
Um den täglichen Bedarf sicherzustellen, raten Experten zu regelmäßigem Verzehr von Seefisch und Lebensmitteln mit Jodzusatz. Den wichtigsten Beitrag zur Jodversorgung leistet jedoch das Jodsalz, das ganz einfach, z.B. beim Kochen, regelmäßig verwendet werden kann. Während der Schwangerschaft und Stillzeit haben Frauen einen erhöhten Jodbedarf und sollten daher besonders auf ihren Jodhaushalt achten. Für Patienten, die Aufgrund von Bluthochdruck oder anderen Erkrankungen Kochsalz vermeiden müssen, gibt es Jodtabletten. Ihr Arzt oder Apotheker berät Sie gerne. Besteht der Verdacht auf eine Überfunktion sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen, um den Hormonstatus überprüfen zu lassen. Eine erhöhte Jodaufnahme kann bestimmte Schilddrüsenerkrankungen verstärken. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.



Ihre Birgit Wagner,
PTA in der ABF-Apotheke

Über- und Unterfunktion

 

SCHILDDRÜSENÜBER-
FUNKTION (HYPERTHYREOSE)


Bildet die Schilddrüse zu viele Hormone, spricht man von einer Schilddrüsenüberfunktion. Folgende Symptome können erste Anzeichen einer Überfunktion sein:

• beschleunigter Herzschlag
• gesteigerter Appetit ohne Gewichtszunahme
• Nervosität, Schlaflosigkeit
• Hitzewallungen
• erhöhter Haarausfall

SCHILDDRÜSENUNTER-
FUNKTION (HYPOTHYREOSE)

Werden zu wenige Hormone gebildet, läuft der Stoffwechsel des Körpers langsamer ab als normal. Folgende Symptome können erste Anzeichen einer Unterfunktion der Schilddrüse sein:

• gesteigerte Kälteempfindlichkeit
• Unvermögen zu schwitzen
• Desinteresse
• Müdigkeit
• Leistungs- und Konzentrationsschwäche

Die Erkrankungen können mit einer Blutuntersuchung nachgewiesen werden und sind heute gut behandelbar.